Datum: 2. August 2026
Alarmzeit: 13:16 Uhr
Alarmierungsart: Funkmeldeempfänger
Art: Technische Hilfeleistung
Einsatzort: Türkheim
Stärke: 26
Fahrzeuge: 10/1, 12/3, 30/1, 41/1, 49/1
Weitere Kräfte: ELRD, FF Amberg, FF Buchloe, FF Ettringen, FF Mindelheim, FF Rammingen, FF Türkheim, FF Wiedergeltingen, Kirchdorf 47/1, NEF, RTW, Schlingen 47/1, THW Memmingen
Einsatzbericht:
Am Sonntag, den 2. August 2026, wurde die Freiwillige Feuerwehr Bad Wörishofen zur Unterstützung bei einem Großbrand (B4 – Brand Gewerbe/Industrie) in die Schützenstraße nach Türkheim alarmiert.
Zunächst war die Freiwillige Feuerwehr Türkheim aufgrund einer ausgelösten Brandmeldeanlage zu einem Recyclingbetrieb alarmiert worden. Bereits wenige Minuten später wurde aufgrund einer massiven Rauchentwicklung auf die Alarmstufe B4 – Brand Gewerbe/Industrie erhöht und zahlreiche weitere Feuerwehren sowie Hilfsorganisationen nachalarmiert.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte drang dichter Rauch aus einer Halle, in der Recyclingmaterial sortiert und gelagert wird. Im Bereich der Ostseite des Betriebsgeländes standen mehrere größere Recyclingmaterial-Haufen in Brand. Die Feuerwehr Türkheim leitete umgehend die Brandbekämpfung ein und ging unter anderem über die Westseite der Halle im Innenangriff gegen das Feuer vor.
Da sich bereits frühzeitig abzeichnete, dass die örtliche Wasserversorgung für einen derart umfangreichen Einsatz nicht ausreichen würde, wurde umgehend eine groß angelegte Wasserversorgung aufgebaut. Neben städtischen Wasserfässern kamen Wasserfässer örtlicher Lohnunternehmen sowie privater Landwirte zum Einsatz. Zusätzlich wurde ein Betonmischer zum Wassertransport organisiert. Die Feuerwehr Buchloe unterstützte mit ihrem Wechselladerfahrzeug und dem Abrollbehälter Wasser mit rund 7.500 Litern Löschwasser.
Parallel hierzu errichteten Einsatzkräfte über den Schlauchwagen SW 2000 der Freiwilligen Feuerwehr Mindelheim eine Wasserförderung über lange Wegstrecken. Hierzu wurden zwei parallele B-Schlauchleitungen mit entsprechenden Verstärkerpumpen aufgebaut.
Während der Hochphase des Einsatzes kamen gleichzeitig vier Wasserwerfer sowie zahlreiche B- und C-Rohre zur Brandbekämpfung zum Einsatz.
Von Beginn an war zudem die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UGÖEL) in die Einsatzführung eingebunden. Vom Einsatzleitfahrzeug Kater Unterallgäu 12/3 aus erfolgte die Koordinierung der Einsatzabschnitte Brandbekämpfung und Wasserversorgung. Darüber hinaus übernahm die UGÖEL die Registrierung und Dokumentation sämtlicher eingesetzter Kräfte, führte das Einsatztagebuch sowie die Lagekarte und war während des gesamten Einsatzes direkter Ansprechpartner der Integrierten Leitstelle Donau-Iller. In regelmäßigen Abständen fanden am Fahrzeug der UGÖEL Lagebesprechungen mit den Abschnittsleitern sowie Vertretern von Polizei, Rettungsdienst und THW statt.
Das Technische Hilfswerk Memmingen unterstützte die Einsatzleitung mit einer Drohne. Die Luftbilder ermöglichten eine hervorragende Übersicht über den gesamten Gebäudekomplex und lieferten wertvolle Erkenntnisse zur Ausbreitung des Brandes, zum Erfolg der eingeleiteten Löschmaßnahmen sowie zur weiteren taktischen Einsatzplanung.
Um die körperlich stark beanspruchten Einsatzkräfte fortlaufend ablösen zu können, standen während des Einsatzes mehrere Löschfahrzeuge mit Personal im Bereitstellungsraum bereit.
Auch der Rettungsdienst war mit einem Abschnittsleiter Rettungsdienst, einem Notarzt sowie zeitweise zwei Rettungswagen vor Ort. Zwei Einsatzkräfte mussten im Verlauf des Einsatzes aufgrund von Kreislaufproblemen ambulant medizinisch versorgt werden.
Gegen 17:00 Uhr konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. In der Folge wurde der Pendelverkehr der zahlreichen Wasserfässer und Tankfahrzeuge schrittweise reduziert und schließlich eingestellt, da für die umfangreichen Nachlöscharbeiten das örtliche Hydrantennetz wieder ausreichend Wasser zur Verfügung stellte.
Für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wörishofen endete der Einsatz gegen 19:00 Uhr.