Hauptübung am Tunnel der ST2015
24.07.2010: Hauptübung der Freiw. Feuerwehr Bad Wörishofen am Tunnel der Umgehungsstraße, Staatsstraße 2015

Vom Staatlichen Bauamt Kempten wurde für den Tunnel der Umgehungsstraße ein Alarm- und Gefahrenabwehrplan erstellt, der den Rettungskräften als Handlungsgrundlage für einen Schadensfall im Tunnel dienen soll. Ergänzend dazu sollten in einer groß angelegten Einsatzübung der Freiw. Feuerwehr Bad Wörishofen und des Bayer. Roten Kreuzes weitere Erfahrungen für Einsätze im Tunnel gesammelt werden.
An der Übung beteiligt waren 42 Einsatzkräfte der Freiw. Feuerwehr Bad Wörishofen mit insgesamt 9 Einsatzfahrzeugen und der Rettungsdienst mit 15 Einsatzkräften und 4 Rettungswagen. Die für die Dauer der Übung notwendige Sperrung der Umgehungsstraße erfolgte in Absprache mit dem staatlichen Bauamt Kempten, der Polizeiinspektion Bad Wörishofen und der Stadt Bad Wörishofen durch 15 Einsatzkräfte der Ortsteilfeuerwehren Dorschhausen, Kirchdorf und Stockheim.


Ausgangspunkt für die Übung war ein Pkw-Brand im Tunnel, zu dem die Freiw. Feuerwehr Bad Wörishofen und der Rettungsdienst mit einem Rettungswagen nach Alarmplan alarmiert wurden. Der Rauch wurde durch zwei Nebelmaschinen der Feuerwehr produziert. Beim Eintreffen am Nordportal beim Betriebsgebäude stellte der Einsatzleiter der Feuerwehr fest, dass nicht nur dichter Rauch aus dem Tunnel drang, sondern sich vor dem Tunnel auch ein Unfall mit drei beteiligten Fahrzeugen ereignet hatte. Während ein Pkw auf den Rädern stand, lag einer auf der Beifahrerseite und einer auf dem Dach. In jedem Pkw waren jeweils 2 Personen eingeklemmt. Die eingeklemmten Personen wurden durch drei Statisten des Bayer. Roten Kreuzes, die täuschend echt geschminkt waren, und durch drei Übungspuppen der Feuerwehr dargestellt.
Die erste Aufgabe des Einsatzleiter war es, weitere Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes anzufordern und entsprechend der neuen Einsatzlage die Aufgaben für die Einsatzkräfte neu zu verteilen.


Das Tanklöschfahrzeug und der Versorgungs-Lkw wurden am Südportal eingesetzt, um den Pkw-Brand im Tunnel zu bekämpfen. 2 Löschgruppenfahrzeuge und der Rüstwagen mit einem Mannschaftstransportwagen kamen am Nordportal beim Verkehrsunfall zum Einsatz.
Da der Rauch aus dem Tunnel die Rettungsarbeiten am Nordportal behinderte, entschied die Einsatzleitung, die Tunnelbelüftung in Betrieb zu nehmen und zu versuchen, den Rauch entgegen der natürlichen Luftströmung im Tunnel nach Süden zu drücken. Eine wichtige Erkenntnis der Übung war, dass die Tunnellüftung tatsächlich so leistungsstark ist, dass der Rauch entgegen der natürlichen Luftströmung aus dem Tunnel gedrückt werden kann.


In enger Absprache mit den Einsatzkräften des Rettungsdienstes wurden die insgesamt 6 eingeklemmten Personen von der Feuerwehr befreit. Neben drei hydraulischen Rettungssätzen kam weitere technische Ausrüstung für das Sichern und Stabilisieren der Unfallfahrzeuge zum Einsatz. Da sich die Unfallfahrzeuge in unterschiedlichen Lagen befanden, mussten die Einsatzkräfte zur Befreiung der eingeklemmten Personen auch unterschiedliche Rettungstechniken anwenden. So wurden z.B. der Pkw in Seitenlage mit Hilfe von 2 Steckleiterteilen vorsichtig und schonend wieder auf die Räder gestellt, um einen besseren Zugang zu den Eingeklemmten zu erhalten.
Während der Rettungsarbeiten am Nordportal gingen am Südportal vier Atemschutzgeräteträger mit einer Schlauchleitung und Wasser am Strahlrohr in den verrauchten Tunnel zur Brandbekämpfung vor. Da ca. 150 Meter Schlauchleitung in den Tunnel vorgenommen werden mussten, war auch hier von den Einsatzkräften Schwerstarbeit zu verrichten.


Aufgrund des Einsatzumfanges wurde in einem Mehrzweckfahrzeug eine örtliche Einsatzleitung gebildet, die die Arbeiten in den verschiedenen Einsatzabschnitten koordinierte und die Verbindung zur Einsatzleitung des Rettungsdienstes bildete.
Trotz des Dauerregens während der Übung konnten alle Übungsteile planmäßig abgearbeitet werden. Nach ca. einer Stunde waren alle Arbeiten an den Einsatzstellen beendet.


Bei der anschließenden Übungskritik zeigten sich Kreisbrandrat Franz Gaum und Kreisbrandinspektor Rudolf Fischbach, die als Übungsbeobachter anwesend waren, beeindruckt von der Art und Weise, wie von den Einsatzkräften die Übungsvorgaben abgearbeitet wurden. Gelobt wurde insbesondere das ruhige und zielgerichtete Vorgehen und das gute Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst.
Wesentliche Erkenntnisse brachte die Übung auch in Bezug auf den Einsatz und die Leistungsfähigkeit der Tunnelbelüftung bei einer Rauchentwicklung im Tunnel. Diese und weitere Erkenntnisse aus der Übung werden in der nächsten Zeit gemeinsam mit dem Staatl. Bauamt Kempten und der Polizei, die ebenfalls Übungsbeobachter vor Ort hatte, ausgewertet.

Die rundum gelungene Einsatzübung wurde im Anschluß an die Übungskritik bei einem gemeinsamen Mittagessen aller Beteiligten im Rot-Kreuz-Haus in Bad Wörishofen abgeschlossen.
Weitere Bilder von der Hauptübung finden Sie auf der folgenden Seite.